Die wichtigsten Fristen bei Behördengängen

Behördenfristen sind kein Vorschlag. Manche kosten bei Versäumnis Geld, andere kosten den Anspruch komplett. Diese Übersicht sortiert die Fristen, die im Alltag am häufigsten relevant sind.

Zwei Wochen: Anmeldung nach Umzug

Nach dem Bundesmeldegesetz musst du dich binnen zwei Wochen nach Einzug bei der neuen Stadt anmelden. Wird die Frist deutlich überschritten, ist das eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeldrahmen bis 1.000 Euro. In der Praxis reicht meist der Nachweis, dass du rechtzeitig einen Termin gebucht hast, auch wenn dieser erst später liegt.

Eine Woche: Geburtsanzeige

Eine Geburt muss binnen einer Woche beim Standesamt angezeigt werden. Bei Klinikgeburten übernimmt das die Klinik, bei Hausgeburten sind die Eltern zuständig. Die Frist ist knapp und wird oft im Trubel übersehen.

Drei Tage: Sterbefall

Ein Sterbefall ist spätestens am dritten Werktag beim Standesamt des Sterbeorts anzuzeigen. In der Praxis übernimmt das Bestattungsunternehmen diesen Gang, verantwortlich bleiben die Angehörigen.

Ein Monat: Widerspruch gegen Bescheide

Gegen Verwaltungsakte mit ordnungsgemäßer Rechtsbehelfsbelehrung kannst du binnen eines Monats Widerspruch einlegen. Fehlt die Belehrung oder ist sie falsch, verlängert sich die Frist auf ein Jahr. Der Widerspruch muss schriftlich oder zur Niederschrift eingehen, eine E-Mail ohne qualifizierte Signatur ist rechtlich riskant.

Keine Rückwirkung: Wohngeld und Sozialleistungen

Wohngeld wird ab dem Monat der Antragstellung bewilligt, nie davor. Das ist die teuerste Frist von allen, weil sie nicht droht, sondern still verstreicht. Ein formloser Antrag per Brief wahrt den Monat, Unterlagen kannst du nachreichen.

Unverzüglich: Kfz-Ummeldung

Nach Umzug oder Halterwechsel ist das Fahrzeug unverzüglich umzumelden. Das Gesetz nennt keine Tageszahl, die Behörden legen es in der Regel mit wenigen Wochen aus. Wer es schleifen lässt, riskiert ein Verwarnungsgeld und Probleme mit der Versicherung.

Der praktische Rat

Trag die Fristen beim Auslöser sofort in den Kalender ein, nicht wenn du Zeit hast: am Tag der Vertragsunterschrift, am Tag der Geburt, am Tag des Bescheids. Fast alle Fristprobleme entstehen dadurch, dass niemand den Startpunkt notiert hat.